Danke für das Kommi 'hug'
Hier habe ich das zweite Kapitel.
2.Die Anstalt
War ich tot? Das Licht kam immer näher, ich strecke die Hand danach aus, doch ich konnte es nicht berühren. Wärme umfing meinen nackten Körper, sie um strahlte mich mit aller Kraft. Ein plötzlicher Schatten verdunkelte das Licht, und mein Kopf schoss in die Höhe.
Ebenfalls urplötzlich durchzuckte ein starker Schmerz meinen Kopf, und ich knallte zurück auf das, worauf ich lag. Einem Tisch. Mein Blick glitt nach rechts, mein Blick glitt nach links. Alles war sehr steril und die Industrieleuchter um mich herum verstrahlten ein erdrückendes Licht. Die Frau über mir, mit der ich zusammengestoßen war, rieb sich den Kopf.
Das dröhnen in meinem Hirn kam langsam, und schmerzvoll.
„Mit so was hatte ich jetzt gar nicht gerechnet.“ Verstört wandte sie sich ab und klatschte sich etwas Wasser ins Gesicht. Ich wusste immer noch nicht wo ich war. Dann versuchte ich meine durchsichtigen Arme zu bewegen, doch nichts tat sich. Mein Oberkörper richtet sich unter einem stöhnen meinerseits auf, und die fremde Frau drehte sich zu mir um.
„Hallo Kleines. Endlich bist du aufgewacht.“
Abermals sah ich mich um.
„Wo bin ich, und wer sind sie?“
Ein ekliges Lächeln setzte sich auf ihr Gesicht; Ich mochte sie nicht.
„Das hier ist eine Diclonius Anstalt. Jedenfalls nenne ich es so. Wir sammeln kleine verstörte Diclonius' Kinder auf, und passen auf dass sie keinen Schaden anrichten.
Ach ja, ich bin Ganella.“
„Öh...“ Ich war verdutzt. Diese Frau ekelte mich vom ersten Augenblick an, doch dann bemerkte ich dass ich tatsächlich nackt war. Schnell versuchte ich mir die wichtigsten Stellen mit den Händen zu bedecken, doch Ganella lachte nur.
„Du hast nichts was ich nicht schon gesehen hätte.“
Zudem warf sie mir einen Stapel Kleider auf meinen Schoß.
„In fünf Minuten bin ich wieder da. Und du angezogen.“
So schnell wie sie gegangen war, so schnell hatte ich mich angezogen und war vom Tisch aufgestanden. Ich wanderte rastlos im Raum umher, schwankend zwischen Heulen und Flüchten. Da meine Arme aber nicht funktionierten, kam ersteres in Frage.
Nein, ich dachte schon wie eine Mörderin! Diese Arme durften niemals wieder zum Einsatz kommen.
Als ich gerade Anfangen wollte meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, kam Ganella wieder, und ich wagte nicht zu weinen. Sie würde wahrscheinlich einen Lachanfall kriegen, und mich dann nicht ernst nehmen, deswegen unterließ ich es.
„Komm mit.“
Ich folgte ihr durch die metallene Schiebetür, bis wir auf einem langen weißen Korridor waren.
Es stank penetrant nach Desinfektionsmittel.
„Wie heißt du?“ fragte das Ekel als wir uns in bewegung setzten.
Ich wollte nur eine schnippische Bemerkung abgeben, doch irgendetwas zwang mich, freundlicher zu sein.
„Ich heiße Nara.“
„Was du getan hast wissen wir ja schon.“
Ich blieb stehen.
„Komm weiter.“ Sie zerrte mich mit aller Gewalt von der Stelle an der ich stand.
„Das war ja kaum zu übersehen, als wir durch die Nachrichten hörten was passiert war.“
„M..M...Moment mal, ja? Nachrichten? Die müssen das aber schnell gewusst haben.“
„Nicht unbedingt.“ Ekel beugte sich zu mir herunter.
„Du hast mindestens eine Woche geschlafen, wenn nicht sogar noch länger. Das war ein Koma was sich dein Körper selbst auferlegt hatte um sich zu regenerieren.“
Willenlos folgte ich ihr, bis wir an eine Biegung kamen. Sie winkte mit der Hand nach links.
„Da geht’s zu den Schlafzimmern. Du wirst dir vorerst eines mit zwei anderen Kindern Teilen, bis ihr dann in eine Kolonie versetzt werdet.“
Ihre Hand schwang nach rechts.
„Das sind diverse Trainings und Lehrräume. Wir können euch ja schließlich nicht ohne Schule lassen.“ Ekel packte meine Hand und zog mich den Gang geradeaus entlang.
„Und wo gehen wir jetzt hin?“ stotterten meine Stimmbänder, obwohl sie das nicht sollten. Ich verfluchte diese mistigen Dinger jetzt schon seit einer ganzen Weile, und immer in den unpassenden Momenten gab meine Stimme nach.
Ganella antwortete nicht, und blieb stattdessen vor einer Tür stehen.
Langsam öffnete sie die Tür, und ein großer Speisesaal bot sich meinen Augen.
Dort saßen viele Kinder, ebenfalls mit pinken Haaren und die Jungen mit einer Glatze. Alle hatten Hörner... Freudig und zugleich erschreckt über diese Ansammlung von Wesen wie mir, ließ mich zurück zucken. Sie hatten mich nicht bemerkt.
Ekel schob mich an einen Tisch mit zwei anderen Mädchen. Vielleicht waren dass ja meine Zimmergenossen, redete ich mir ein, und hoffte sie würden nett und nicht so.... bösartig sein wie ich es aus der Schule kannte. Doch ich hatte Glück. Als Ganella mich zurück ließ, platzierte ich meinen Körper auf der Bank, und die beiden sahen mich lächelnd an.
Die eine hatte große Augen und ein markantes Gesicht, ihre Haare fielen ihr bis über die Schultern.
Der anderen gingen die Haare nur kurz über die Ohren, ihr Gesicht war weich und sanft, das sah man von weitem.
Vorsichtig beäugte mich die langhaarige, bevor sie mich wohl als ungefährlich eingestuft hatte.
„Ich bin Asaka, und das ist Yoko. Herzlich Willkommen.“
Ein kurzes Lächeln durch fuhr mein Gesicht, bevor es wieder den gewohnt niedergeschlagenen Ausdruck an nahm, jedenfalls seit dem Unfall.
„Wir haben durch die Nachrichten erfahren was passiert ist. Du warst wohl ganz schön wütend, oder?“
Ich schwieg.
„Anscheinend. Ich kann mir denken wie du dich gefühlt hast, so fühlt sich jeder nach seinem ersten Massaker.“
So flüssig wie ihr diese Worte aus dem Mund strömten, war es schwer für mich zu glauben Morde nicht als etwas Alltägliches abzutun, es war und sollte auch immer etwas unmenschliches bleiben.
Yoko meldete sich zu Wort.
„Du bist von der Klippe gesprungen?“
„Ja.“
„Sie haben dich letzte Woche gefunden. Komischer weise haben alle, aber wirklich alle Diclonii in unsere Anstalt haben deine Anwesenheit sofort gespürt, du musst jemand ganz besonderes sein.
Ich errötete, und meine Hemmungen lösten sich langsam auf, das Thema Mord und Totschlag war mir jedoch immer noch unangenehm.
„Gleich gibt’s Essen. Bleibst du solange noch, oder willst du in unser Zimmer?“
„Ich... Ich bleibe zum Essen.“
„Fabelhaft!“ Asaka klatschte in die Hände. Plötzlich öffneten sich einige Türen, die ich zuvor nicht bemerkt hatte. Aus ihnen strömten Frauen, die jeweils viele Teller auf einem Arm balancierten, und eine etwas molligere Frau gab uns drei Teller mit einer aufgehäuften Portion Spaghetti.
Gierig schlang ich es herunter, der Schlaf hatte mich ausgebeutet.
Sobald mein Teller leer war, kam abermals eine der Frauen und stellte mir bedingungslos einen kleinen Pudding in einer Glasschüssel vor die Nase, der köstlich Duftete.
Jauchzend vor Freude erfasste ich einen Löffel, und leerte die Schale innerhalb von zwei Minuten, während Asaka und Yoko noch nicht mal mit ihren Spaghetti fertig waren.
„Du hast ja einen Regen Appetit!“ bemerkten beide, und freuten sich dass es mir so gut ging.
„Viele die neu dazu kommen, sind entweder körperlich oder seelisch Behindert, aufgrund ihres Mordes. Aber die allermeisten haben meistens nur einen Schock, den hat fast jeder. Doch du scheinst da eine Ausnahme zu sein. Obwohl...“
Ich sah auf.
Yoko fuhr fort: „Da gibt es natürlich auch noch die, die nicht mehr aufhören können zu Morden weil es ihnen so gut gefallen hat. Sie sind sozusagen die bösen. Wir sind die ,guten' . Diese Diclonii sind einfach nur auf das Morden bedacht, sie können an nichts anderes als an das Auslöschen der Menschlichen Rasse denken. Ich finde Menschen total interessant.“
Etwas verwirrt blickte ich sie an.
„Was sind Diclonii?“ Verlegen sah ich auf den Tisch. Bei Ganella hatte ich es mich schon gefragt, doch ich war zu feige gewesen zu fragen.
„Du weißt nicht was ein Diclonius ist? Das ist ein Wesen wie du und ich. Mit diesen Armen, mit diesen Hörnern auf dem Kopf.“ Yoko fasste sich an die ihren.
Urplötzlich läutete eine Glocke und die Diclonii standen auf.
Meine Wenigkeit die in der Menge fast unbemerkt blieb, jedoch von einigen neugierigen Blicken gestreift wurde, folgte meinen Zimmergenossinnen.
„Da du ja so wenig über unsere Rasse weißt, werden wir dir jetzt mal zeigen wie das alles so ist.“
Erleichtert und froh, über diese freundliche Aufnahme in ihre Gemeinschaft, folgte ich meinen beiden neuen Freundinnen.
Mal wieder Kommis und/oder Kritik

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